Jonglieren stellt eine besondere Herausforderung an die Geschicklichkeit dar.

Anfängern wird ein "frustloser" Weg zum Erlernen dieser Bewegungskunst aufgezeigt. Nach dem Jonglieren mit Tücher folgen Jonglagen mit Bällen, Ringen und Keulen – allein oder zu zweit.

Weitere Bewegungskunststücke wie Einradfahren, Tellerdrehen oder das Spiel mit Diabolo und Devilstick werden erprobt und geübt.

Jonglieren besitzt einen hohen Aufforderungscharakter und führt zu Könnenserlebnissen besonderer Art für den Einzelnen, aber auch für Partner oder Gruppen. Ein erster Lernschritt ist die Jonglage mit drei Chiffontüchern. Diese einfachen Trickfolgen (Kaskaden), fördern Konzentration, Reaktionsvermögen und Geschicklichkeit. Übungen mit Bällen, Ringen und Keulen ergänzen das Jonglierangebot. Weitere Geräte, wie der Jonglierteller gedreht wird, wie der Devil Stick mit den Stöcken zum Tanzen gebracht wird oder das Diabolo, das mit Hilfe von Handstöcken auf einer Schnur gehalten wird, können von den Teilnehmern unter fachlicher Anleitung ausprobiert werden. Sämtliches Material wird von den Übungsleitern mitgebracht und den interessierten Gruppen zur Verfügung gestellt.

Jonglieren fördert auch die Gehirnleistung Erwachsener und Senioren

Aktuelle Studien zeigen, dass sich das Gehirn auch im Alter noch trainieren lässt. So entdeckten Forscher mit Hilfe der Kernspintomographie, dass die grauen Zellen zunehmen, wenn das Gehirn etwas Neues lernt. Die dabei geforderten Hirnareale wachsen, um mit den neuen Anforderungen Schritt zu halten. Wer sich also mit komplizierten Fertigkeiten wie Jonglieren beschäftigt, regt die Nervenzellen seines Gehirns an, sich stärker miteinander zu verknüpfen und damit ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Doch Vorsicht: So wie ein Muskel schrumpft, wenn er nicht benutzt wird, nimmt auch das Gehirn wieder an Größe ab, wenn die Anforderungen nachlassen. Wer wirklich fit bleiben möchte, muss also trainieren – körperlich und geistig.

(Aus der Fernsehsendung „Visite“ vom 20.03.2007)

Wie sich das Gehirn entwickelt

"Das Gehirn ist die Schaltzentrale all unseres Denkens und Handelns. Es entwickelt sich bei seinem Gebrauch und steht dabei mit dem Körper und den Sinnesempfindungen in unmittelbarer Verbindung. Die Neurowissenschaften beschreiben, wie sich Strukturen des Gehirns bilden und wie im Laufe der Entwicklung bestimmte Funktionen ausgebildet werden. Für diese Entwicklungsprozesse im Gehirn ist die Verarbeitung der von den Sinnessystemen aufgenommenen Reize entscheidend. Die Entwicklung von Denkstrukturen und von Wahrnehmungsleistungen ist eng an die Motorik gebunden Voraussetzung zu ihrer Ausbildung sind ausreichende Bewegungs- und Sinneserfahrungen."
(aus: Renate Zimmer, Handbuch der Sinneserfahrung, Herder, Freiburg 2004)
Uni. Prof. Dr. phil. Renate Zimmer ist Professorin für Sportwissenschaft im Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften an der Universität Osnabrück.

Fazit: Jonglieren macht Kinder schlau!

  • Erfolgs- und Könnenserlebnisse für jeden
  • die positive Beeinflussung der allgemeinen motorischen Entwicklung auf der Grundlagenebene (Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung, Koordination: "Jonglieren macht intelligent")
  • die Förderung der psycho-sozialen Gesundheit
  • Lernfortschritte und Könnenserlebnisse gibt es nicht nur bei organisierten Auftritten, sondern auch in der übrigen Lebenswelt
  • die Stärkung des Selbstbewusstseins (Stolz auf die eigene Leistung)
  • eine hohe Motivation mit dem Ziel, die eigene Leistung, die Partner- oder Gruppenleistung zu verbessern, ein neues gemeinsames Kunststück zu erlernen
  • ein äußerst friedliches "Sporttreiben"
  • es gibt keinen Gegner, der zu bezwingen ist
  • das Verfolgen sportlicher Ziele mit sehr geringer Verletzungsgefahr

  • sportliche Aktivitäten im Familienverband, gemeinsame Teilnahme an den Übungszeiten (Kinder werden nicht nur hin- und hergefahren, sondern Eltern können mitmachen)
  • das Weiterüben in der häuslichen bzw. schulischen Umwelt (Einwirken auf, bzw. Verbesserung dieser Bewegungswelten)
  • der "Konsumhaltung" unserer Zeit entgegenzuwirken
  • 1 Tuch hochwerfen und mit derselben Hand auffangen (li/re)
  • 1 Tuch mit der rechten Hand zur linken hochwerfen und mit links auffangen; dann umgekehrt
  • 2 Tücher nacheinander (nicht gleichzeitig) über Kreuz zur jeweils anderen Hand hochwerfen (und nacheinander auffangen)
  • 3 Tücher Übung wie zuvor, aber eine Hand hält das dritte Tuch zunächst fest
  • 3 Tücher fortlaufend, Übung wie zuvor, jeder Wurf wird gezählt - das zunächst noch festge- haltene Tuch wird mit dem dritten Wurf geworfen

Grundform: drei Bälle über Kreuz jonglieren (Kaskade)

  • Übungsfolge wie bei den Tüchern!

Mit Chiffon-Tüchern können im Kinderturnen viele Bewegungserfahrungen ermöglicht werden. Die Entwicklung des Körperschemas (Körpervorstellung) und die Koordination (besonders die Auge-Hand-Koordination) kann gefördert werden.

   

Konzentrierter und entspannter durch Jonglieren

  • Der gleichmäßige Bewegungsablauf führt dazu, dass sich der Körper entspannt und sich vollkommen auf die Bälle konzentriert
  • Jonglieren fördert außerdem die sensorischen Fähigkeiten und das taktile Empfinden
  • Beide Gehirnhälften werden genutzt
   
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